Sicherheit im Fokus: Besuch von CDU-Gemeinderatsfraktion und Stadtverband im Mössinger Polizeiposten

Eine Gruppe der Mössinger CDU vor dem Polizeiposten: Dennis Schmidt, Dr. Andreas Gammel, Kornelia Schänzlin, Eckhard Spanagel, Dirk Abel, Jochen Schelling, Benedikt Schweizer (v.l.n.r.)
Eine Gruppe der Mössinger CDU vor dem Polizeiposten: Dennis Schmidt, Dr. Andreas Gammel, Kornelia Schänzlin, Eckhard Spanagel, Dirk Abel, Jochen Schelling, Benedikt Schweizer (v.l.n.r.)

Um die Mössinger Polizeiarbeit besser kennenzulernen und einen Einblick in die Sicherheitssituation der Stadt zu gewinnen, besuchte eine Gruppe aus CDU-Gemeinderäten und -Stadtverbandsmitgliedern die Mössinger Polizei vor Ort.

Nach einem Rundgang durch das inzwischen sieben Jahre alte Gebäude mit Einblicken z.B. in den Verwahr- und den Aktenraum erläuterte Erster Polizeihauptkommissar und Postenleiter Jürgen Adam die Funktionsweise des Mössinger Polizeipostens. Nach wie vor ist der Mössinger Posten wochentags von 6:30 – 20:00 Uhr besetzt und dem rund um die Uhr besetzten Revier in Tübingen unterstellt. Nach 20 Uhr sind im gesamten Revier Tübingen vier bis fünf Streifen unterwegs, was manchmal zu Engpässen führen kann. Ein eigenes Revier mit 24-Stunden-Besetzung ist in erster Linie eine Frage des Personals und nach Jürgen Adam aktuell für Mössingen nicht notwendig. Dies liegt einerseits an der effizienten Struktur des Postens, da die 15 Polizeibeamten teilweise in spezialisierten Bereichen arbeiten und auch alle allgemeinen Polizeiaufgaben übernehmen können. Andererseits aber auch an den vielen Überstunden, die die 15 Beamten zum Wohle der Mössinger Bevölkerung leisten. In Bezug auf die Sicherheit in Mössingen sieht Adam keine speziellen Brennpunkte, auch wenn in ständiger Absprache mit der Stadt öffentliche Orte wie der Bahnhof oder das Schulzentrum besonders beobachtet werden.

Beim Blick auf die Mössinger Kriminalstatistik gibt es einige interessante Punkte: In der Stadt Mössingen werden pro Jahr ziemlich konstant zwischen 700-800 Straftaten verübt, was im Vergleich zu anderen ähnlich großen Städten keine Besonderheit ist. Die Aufklärungsquote lag 2017 hier überdurchschnittlich bei 67%, einem sehr starken Wert. Körperverletzungen sind 2017 leicht angestiegen, stark abgenommen haben dagegen Wohnungseinbrüche: In Mössingen gab es 2017 vier davon. Im gesamten Polizeipräsidium Reutlingen hat die Zahl der Wohnungseinbrüche sogar um 24 Prozent abgenommen. Hier zeigt neben intensiven Ermittlungen auch die Systematisierung von Einbrüchen als Verbrechen, bei denen Telefonüberwachung bei Verdächtigen früher möglich ist, Wirkung.

Herausforderungen bestehen insbesondere in der personellen Situation des Polizeipostens. Die landesweite Entwicklung, dass viele geburtenstarke Jahrgänge in Ruhestand gehen, spiegelt sich auch in Mössingen wieder. In fünf Jahren würden ohne Ersatz von den aktuell 15 Beamten nur noch fünf im Dienst sein. Eine wichtige Ergänzung der polizeilichen Arbeit ist laut Jürgen Adam daher auch ein starker kommunaler Ordnungsdienst, den viele Kommunen langfristig stärker ausbauen würden. Der Ordnungsdienst kann in Mössingen bei städtischen Veranstaltungen aber beispielsweise auch bei der Überwachung der Schulhofsatzung und des ruhenden Verkehrs eingesetzt werden. Beide bei der Stadt Bedienstete leisteten hier eine gute Arbeit.

Der Anstieg von Straftaten des Widerstands gegen Polizeibeamte, der im Polizeipräsidium Reutlingen 35 Prozent beträgt, ist alarmierend und verdeutlicht, dass mehr Wertschätzung für die herausfordernde und immens wichtige Arbeit der Polizistinnen und Polizisten dringend nötig ist.

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